Eröffnung Europäisches Hansemuseum in Lübeck

Ende Mai 2015 wurde das Europäische Hansemuseum nach elf Jahren Planungs- und drei Jahren Bauzeit eröffnet. Am 27. Mai erfolgte die feierliche Eröffnung, u.a. mit einer Ansprache unserer Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Drei Tage später öffneten sich die Tore für das allgemeine Publikum. Bereits im April dieses Jahres fungierte das Museum als Austragungsort des Gipfeltreffens der Außenminister der G7-Staaten.
Das Europäische Hansemuseum zählt zu den herausragenden Neueröffnungen des laufenden Jahres. Europaweit ist es das größte Museum, das sich der Geschichte der Hanse widmet. Es verbindet in einzigartiger Weise die Seriosität traditioneller musealer Kultureinrichtungen mit neuesten Präsentationstechniken sowie dem Unterhaltungs- und Erlebniswert moderner Freizeitattraktionen. Inhaltlich gelungen ist die Symbiose aus Originalexponaten, Inszenierungen und Rekonstruktionen. Architektonisch bemerkenswert ist neben der harmonischen Einbettung in das UNESCO Welterbe der Lübecker Altstadt die Verbindung des bestehenden Baudenkmals des historischen Burgklosters mit einem Neubau.
In der neuen Lübecker Kulturattraktion steckt auch so einiges aus der Hansestadt Hamburg drin. Konzept, Architektur und Ausstellungsdesign stammen vom Hamburger Büro Studio Andreas Heller GmbH Architects & Designers, die sich in gleicher Weise für das renommierte und mehrfach ausgezeichnete Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven verantwortlich zeichnen. Die Direktorin des Europäischen Hansemuseums, Dr. Lisa Kosko, wirkte zuvor über 20 Jahre in der Hamburger Museumslandschaft, u.a. auf dem Chefposten des Hamburg Museums sowie als Leiterin der Stiftung Historische Museen Hamburg. Auch wir haben in der frühen Planungsphase bei diesem Projekt mitwirken dürfen: Andreas Konrath war Projektleiter der Evaluationsstudie, die die Possehl-Stiftung als maßgebliche Kostenträgerin des Projektes im Jahr 2008 in Auftrag gab. Gegenstand der umfangreichen Studie waren die Konzeptprüfung, der Businessplan und die Quantifizierung der zu erwartenden regionalökonomischen Effekte, die bei derartigen Projekten oftmals zu wenig Beachtung finden.
Die Investitionskosten aller mit dem Hansemuseum verbundenen Maßnahmen belaufen sich auf rund 50 Mio. Euro. Erwartet werden etwa 150.000 Gäste pro Jahr. Diese Zahl liegt geringfügig über der Prognose, die in der oben genannten Studie aus dem Jahr 2008 erstellt wurde. Unter Berücksichtigung der deutlich höheren Investition und der größeren Fläche (im Vergleich zur ursprünglichen Planung) ist die derzeitige Gästeerwartung mehr als realistisch.
Wir freuen uns, dass dieses spannende und komplexe Projekt umgesetzt wurde und wünschen viel Erfolg und den Gästen ein informatives und unterhaltsames Eintauchen in die Geschichte der Hanse.

fwi hamburg | Andreas Konrath

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